Corona-Service am Jungfernstieg

ehemals obdachloser Mann mit neuer Brille

Martin Haller (Name von der Redaktion geändert) war schon eine dreiviertel Stunde vor dem verabredeten Termin am Jungfernstieg in Hamburg. Er wollte sichergehen, dass er Christiane Faude-Großmann, die Projektleiterin von Mehrblick auch nicht verpasst. Heute sollte er seine neue Brille bekommen. In der letzten Mehrblick-Sprechstunde bei Hinz & Kunzt Ende Februar, wurde seine Sehstärke gemessen und er suchte sich eine stabile Metallfassung für seine Brille aus. Denn für seine Sehstärke mussten spezielle Gläser angefertigt werden. Aufgrund der eingetretenen Corona-Krise hat es mit der neuen Brille etwas länger gedauert.

Nach 6 Jahren Platte ein Lichtblick

Martin Haller ist es gewohnt zu warten. Er machte 6 Jahre Platte, bis ihm eine Freundin wieder Mut zusprach und er sich auf eine Eingliederungsmaßnahme bewarb. “Ich bin vielseitig einsetzbar”, sagte der sympathische Mann im karierten Hemd. Eigentlich ist er gelernter Dachdecker. Aber nach seinem Sturz vor 8 Jahren ist er nur noch bedingt arbeitsfähig. Er war Hausmeister und zuletzt in einer Fahradwerkstatt tätig. Diese Arbeit hat ihm richtig Spaß gebracht, weil er wieder unter Menschen war und eine sinnvolle Beschäftigung hatte. Leider ist dieses Förderprojekt im Januar diesen Jahres eingestellt worden und nun sucht er nach einer neuen Betätigung.

Mit neuer Brille hilft er jetzt Freunden

Für Freunde repariert er immer wieder kleine Geräte oder macht Ausbesserungsarbeiten. In letzter Zeit wurde das aber immer schwieriger, weil seine alte Brille die Augen nicht mehr ausreichend korrigierte. Dank der neuen Brille von Mehrblick kann er endlich wieder deutlich sehen und freut sich sichtlich.

Corona-Gruß nach Brillenübergabe

Zwei Menschen verabschieden sich per Fuß nach erfolgreicher Brillen-Übergabe

Christiane Faude-Großmann verabschiedet sich mit dem “Corona-Gruß” per Fuß und hofft, dass Martin bald wieder eine neue Aufgabe für sich findet.