Endlich Autofahren für die Kumpels

Endlich Autofahren für die Kumpels

Nervös sitzt Matze auf dem Stuhl in der Berliner Ambulanz für Wohnungslose. Schon eineinhalb Stunden wartet er auf die Brillen-Sprechstunde von Mehrblick. “Mein Freund wartet draußen im Rollstuhl auf mich, ich hoffe dass ich bald rankomme…”, sagt er zu einer Mitarbeiterin. Das Wartezimmer ist überfüllt und einige Besucher halten bereits kleine Zettel mit ihren persönlichen Meßwerten in den Händen. Christiane Faude-Großmann führt die Vormessungen der Augen mit einem tragbaren Messgerät durch und gibt die Daten dann an einen ehrenamtlichen Mitarbeiter von Mehrblick weiter. So können die passenden Brillen schon einmal vorsortiert werden.

Obdachloser hilft Obdachlosen

Endlich ist es soweit – Matze wird aufgerufen. Er erzählt, dass er nach vielen verschiedenen Aushilfsjobs schon länger arbeitslos ist und auf der Straße lebt. Er möchte aber nicht nur “rumhängen”, sondern engagiert sich seit längerem ehrenamtlich für den Verein der Berliner Obdachlosenhilfe.

Dort brauchen sie ihn dringen als Fahrer für Einsätze, wie z.B. um Spenden abzuholen oder einen gemeinsamen Ausflug zu organisieren.

Matze hat natürlich einen Führerschein und ist ein verlässlicher Fahrer. Momentan ist er aber mangels eigener Brille nicht einsatzbereit. Das ärgert ihn und deshalb kam er in die Brillen-Sprechstunde.

Nach einer erneuten Kontrolle durch den Optiker, findet sich schnell eine passende Brille für ihn. Die Warterei hat sich gelohnt und er läuft schnell zu seinem Freund, der draußen im Rollstuhl geduldig auf ihn wartet. Die nächsten Fahrten haben wieder einen verlässlichen Fahrer. Tolles Engagement Matze!